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19. Januar - 16. März 2022
KLAUS ZYLLA | Die Ra(s)tlosen
DIE GALERIE, Frankfurt am Main

Unter dem Titel Die Ra(s)tlosen präsentiert DIE GALERIE in einer fulminanten Einzelausstellung die neuesten Schöpfungen des 1953 in Cottbus geborenen Künstlers Klaus Zylla.

 

Stark von den gegenwärtigen gesellschaftlichen Ereignissen inspiriert, beobachtet der Maler mit der ihm eigenen Skepsis und Ironie eine Menschheit, die ein Stück ihres menschlichen Charakters verloren zu haben scheint. So sind Zyllas Bilder von bizarren, surreal anmutenden Mischwesen mit zoomorphen Zügen bevölkert, deren Anatomie zuweilen wie eine experimentelle Zusammenstellung aus menschlichen, tierischen und gelegentlich sogar mechanischen Teilen wirkt.
In seinen aktuellen Arbeiten nimmt der Künstler ein ganzes Spektrum menschlicher Emotionen und Gemütszustände unter die Lupe: Ängste, Zweifel und Unsicherheiten kommen ans Licht und verraten unsere Verletzlichkeit – die körperliche wie die seelische.

Gerade die Unruhen und sozialen Schwierigkeiten der Corona-Pandemie dienten Klaus Zylla als Inspirationsquelle und tauchen auf unterschiedliche Weise in seinen Werken auf. Einige von ihnen, wie z.B. das Gemälde Supersprayer zeugen nach wie vor von einem bissigen Geist, doch in Zyllas Darstellungen steckt wesentlich mehr als reine Satire. Mit Arbeiten wie Ob Wissenschaft, ob Glaube… nimmt er Bezug auf ein heikles Dilemma unserer Zeit und wirft gleichzeitig die Frage auf: „Worauf können wir – worauf wollen wir – uns verlassen?“. In seinen farbenreichen Traumlandschaften zeichnet der Künstler ein karikaturistisch überspitztes, doch äußerst treffendes Bild unserer Gesellschaft mit ihren vielfältigen Facetten und der herrlichen Komplexität ihrer Psyche. Ist nicht jeder von uns einer der Ratlosen – der Ra(s)tlosen – des titelgebenden Gemäldes?

 

Besuchen Sie hier die 3D-Ausstellung

KLAUS ZYLLA | Die Ra(s)tlosen

 

Highlight des Monats


Roberto Matta
L'Inentrevu
Öl auf Leinwand
102 x 93,8 cm

Das Gemälde L'Inentrevu entstand Mitte der 1950er Jahre und ist ein herausragendes Beispiel für den unverkennbaren Stil des chilenischen Künstlers Roberto Matta. Im Zentrum dieses Werks steht eine totem-artige Figur in rostbrauner Farbigkeit, die mit ausladenden Gesten überlängter Arme etwas Unspezifisches abwehrt. Sie ist gekonnt in die Bilddiagonale gesetzt, ihr gegenüber drei in Rot-Blau-Lichtgelb markierte Gebilde, die an Bumerangs oder Insekten erinnern, offensichtlich fliegend oder schwebend, nicht wirklich von den Raumstrukturen der Umgebung abgegrenzt. Die Umgebung, Vorder- und Hintergrund der Szene ist durch eine Art Gerüst gekennzeichnet, das die Dreidimensionalität des Raums suggeriert. 

Beeinflusst von den Ideen der nicht-euklidischen Geometrie, versuchte Matta darüber hinaus aber, den in seinem Denken aufgebauten Strukturen eine Form zu geben, um einen Raum jenseits der sichtbaren, konventionellen Perspektive zu schaffen. Seine Vorstellung war, dass die vierte Dimension der dritten Dimension das Gefühl von Raum, von Bewegung und von Zeit hinzufügt, das wesentlich ist, um den ständigen und unumkehrbaren Prozess der Veränderung in der Welt zu erkennen, in der jeder neue Moment anders ist als der vorherige.