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23. März - 25. Mai 2022
Corneille & CoBrA
DIE GALERIE, Frankfurt am Main

Am 3. Juli 2022 jährt sich Corneilles Geburtstag zum 100. Mal – für uns ein Anlass, das Werk und die Bedeutung des holländischen Malers zu würdigen und ihm eine Ausstellung zu widmen, die ihn im Rahmen seiner Künstlerfreunde der CoBrA-Gruppe zeigt.

 

Durch die gegenseitige Inspiration in der Gruppe CoBrA, die Corneille 1948 zusammen mit Karel Appel, Asger Jorn, Christian Dotremont und anderen jungen Künstlern gründet, entstehen frühe Werke, die von einer starken Aufbruchstimmung in der Nachkriegszeit und einer überaus hohen Experimentierfreude zeugen. Nach der Auflösung von CoBrA 1951 geht Corneille schnell eigene Wege und entwickelt seine individuelle Formensprache, die anfänglich zur Abstraktion tendiert, letztendlich jedoch immer darstellend bleibt. Ab 1949 bereist Corneille Tunesien und Nordafrika, wo er eine intensive Auseinandersetzung mit der afrikanischen Landschaft, dem kulturellen Erbe und der einheimischen Kunst sucht. Seine Eindrücke hallen in einer ausgeprägten Bildmotivik nach, in Kompositionen aus linearen Mustern, die aus einer feinen Struktur von erdigen Tönen und wenigen Farbakzenten bestehen und an Landkarten und Stadtpläne erinnern. In seinen figurativen Werken der 1960er und 1970er Jahre, in denen Corneille Linien und Flächen auf intuitive und zugleich lyrische Weise miteinander verbindet, sind der intensive Ausdruck und die starke Farbsaturation charakteristisch.

Corneille entwickelt, inspiriert durch weitere Reisen nach Mittel- und Südamerika, China, Indien, Japan und immer wieder Afrika, eine ausgeprägte Formensprache, die intersubjektiv, sensuell wahrnehmbar und universal in ihrer Symbolik in jeder Kultur verstanden und gelesen werden kann und dem Betrachter unterschiedliche Bedeutungsebenen offerieren.

 

Gemeinsame Ideen, vor allem aber auch enorme Unterschiede in der künstlerischen Auffassung werden in der Gegenüberstellung von Corneilles Werken mit denen seiner Künstlerfreunde Pierre Alechinsky, Karel Appel, Lucebert, Asger Jorn, Theo Wolvekamp und anderen deutlich.

 

 

Besuchen Sie hier die 3D-Ausstellung

Corneille & CoBrA

 

 

Sehen Sie sich hier das Einführungsvideo zur Ausstellung an

 

Highlight des Monats


Corneille
Jour d'Été
Öl auf Leinwand
67 x 90 cm

Der 1922 geborene Guillaume Cornelis Beverloo - besser bekannt unter seinem Pseudonym Corneille - war eines der Gründungsmitglieder der Künstlergruppe CoBrA. Inspiriert von der Energie und dem Geist von CoBrA erhielt Corneille wichtige Impulse für seine eigene künstlerische Entwicklung, die vor allem von einer starken Experimentierfreudigkeit geprägt war. Nach der Auflösung der Gruppe im Jahr 1951 werden die früheren Kompositionen des Künstlers, die vor allem von Paul Klee und Joan Miró inspiriert sind, zunehmend abstrakter, bis er in den 1960er Jahren zur Figuration zurückfindet.

Auf seinen Reisen durch Europa, Nordafrika und die Sahara in den 1940er und 1950er Jahren werden die nordafrikanische Kultur, ihre Landschaften und ihre Kunst zu einer zentralen Inspirationsquelle für den Künstler, die sich bis in seine letzten Schaffensperioden immer wieder in seinem Werk widerspiegelt. In Jour d'Été fließen die Farbtöne des Maghreb kunstvoll ein; Corneilles Interpretation von Landschaften ist von einer dichten, farbintensiven Komposition durchdrungen. Eingebettet in einen sandfarbenen Hintergrund evoziert das Gemälde Eindrücke von Wüstenlandschaften mit Feldern, Straßen und Gewässern aus der Vogelperspektive. Die kontrastreiche Komposition changiert zwischen Farbflächen und skizzenhaften Pinselzügen. Trotz des ausgeprägten Abstraktionsgedankens weist Jour d'Été bereits auf die spätere figurative Malweise des Künstlers hin, etwa durch die klare und reine Farbgebung.