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28. Februar - 29. Mai 2024
Lucebert - 100 Jahre Licht
DIE GALERIE, Frankfurt am Main

Anlässlich des 100. Geburtstags von Lubertus Jacobus Swaanswijk (1924-1994), besser bekannt als Lucebert, widmet ihm DIE GALERIE eine Jubiläumsausstellung, die das Leben und Werk dieses bedeutenden Künstlers ehrt.

 

Als prominentes Mitglied der Künstlergruppe CoBrA, war Lucebert insbesondere für seinen Beitrag zur abstrahierenden Kunst und Poesie bekannt. Inspiration fand er in der Volks-, Kinder- und primitiven Kunst. Noch bevor er mit Mitte zwanzig zur Malerei fand, verlieh Lucebert seinem Malaise primär mithilfe der Lyrik Ausdruck. Doch schon bald trat die Bildsprache in den Vordergrund und sein durch spontane und revolutionäre Qualitäten geprägtes Werk sollte die niederländische Kunstlandschaft nachhaltig beeinflussen. Seine kurze Beteiligung an CoBrA war dennoch von grundlegender Bedeutung für ihn als Künstler-Dichter, denn sie verlieh sowohl seiner Dichtung als auch seiner Malerei große Freiheit, Spontaneität und Experimentierfreude. Typisch für sein Werk sind absichtlich unbeholfene menschliche Körperformen und Fantasiewesen. Der psychologische Aspekt seiner Arbeit wird besonders in den scheinbaren Dialogen zwischen den Figuren seiner imaginären Welten sichtbar. Die Mythen, die er in seinen Gemälden und Gedichten schuf, sind in der menschlichen Welt verwurzelt und voller literarischer Anspielungen. In den 1960er Jahren arbeitete er besonders in der kindlichen CoBrA-Art, die jedoch schnell einer karikaturistischen, dämonischen Weltsicht wich, die er bis zu seinem Tod 1994 weiter vertrat. Während sich Luceberts Ausdrucksart im Laufe seiner Karriere veränderte, bewahrte er sich trotz des Experimentierens mit verschiedenen Stilen und Formen eine unverwechselbare Handschrift, die sich durch kontrastreiche Farben und eine spontane Pinselführung auszeichnet. Als Zeitzeuge war seine Kunst politisch, sozial und autobiografisch und rief oft zu Revolution, Neubewertung und Neuanfang auf, ganz im Sinne der CoBrA-Avantgarde.

Highlight des Monats


Roberto Matta
Untitled
Öl auf Leinwand
140 x 200 cm

Der 1911 in Chile geborene Roberto Matta zählt zu den bedeutendsten und eigenwilligsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Nach seinem Architekturstudium in seinem Heimatland kam Matta 1933 nach Paris, wo er im Atelier von Le Corbusier arbeitete und bald Kontakte zum Kreis der Surrealisten knüpfte. 1938 nahm er an der Internationalen Ausstellung des Surrealismus teil und ging 1939 wie viele seiner Malerkollegen ins Exil nach New York.


Wie seine Künstlerkollegen André Masson und Max Ernst übte auch er einen bedeutenden Einfluss auf den sich entwickelnden amerikanischen Abstrakten Expressionismus aus. In seinen Gemälden der 1940er Jahre schuf Matta Innenlandschaften - "inscapes" - mit apokalyptischen und kosmologischen Panoramas von kristalliner Transparenz. Die Arbeitsmethode, die er zu dieser Zeit entwickelte, bestand in der Verschmelzung der automatischen Strukturen des Surrealismus und der Farbverläufe des Hintergrunds mit einer so inspirierten und daraus resultierenden erscheinungsartigen, ungegenständlichen Landschaft.


Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Rückkehr aus dem Exil, wo er sich zunächst in Rom und dann in Tarquinia niederließ, bevölkern in Mattas Bildpanoramen zunehmend anthropomorphe Maschinenwesen eine technoide Umgebung. Mattas künstlerische Auseinandersetzung mit dem rasanten Fortschritt der Wissenschaft und seine offenen politischen und philosophischen Positionen führten zu immer komplexeren, großflächigen und raumgreifenden Kompositionen. Matta verstarb im Jahr 2002 in Italien.

Aron Demetz
Ohne Titel
Holz

240 x 70 x 70 cm