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3. Juli - 25. August 2021
Carl-Henning Pedersen & Herbert Mehler
DIE GALERIE, Frankfurt am Main

 

Die dem deutschen Stahlbildhauer Herbert Mehler gewidmete Ausstellung findet zugleich an zwei Ausstellungsorten statt: Die Monumentalskulpturen des Künstlers bis zu 6 Meter Höhe erwarten Sie bis zum 24. April 2022 auf dem Campus Westend der Goethe Universität, während weitere Arbeiten des Bildhauers im mittleren und kleinen Format vom 9. Juni bis zum 25. August 2021 unsere Räumlichkeiten schmücken.

 

Die teilweise ganz neuen, 2021 entstandenen Werke des Künstlers reichen von lebensgroßen Formaten bis hin zu "Miniaturen" von lediglich 15 cm in der Höhe. Abgesehen von kleinen Editionen aus Eisenguss sind Herbert Mehlers Stahlkreationen bei aller Ähnlichkeit in der Form Unikate, jede für sich mit großer technischer Präzision vom Künstler eigenhändig geschaffen. Dass Schwere und Körperlichkeit bei ihrem Anblick immer derart zurücktreten und Belladonna, Frutta di Casco, Porta oder Vela wie luftige Faltobjekte erscheinen, fasziniert und fesselt jedes Mal in jedem Format aufs Neue. 

 

Bis zum 30. Juni 2021 werden Hebert Mehlers Metallgestalten von den figurativen Gemälden des deutschen Malers Volker Stelzmann begleitet. Ab dem 3. Juli 2021 gesellen sich zu den Stahlfiguren auch diverse Papierarbeiten des Bildhauers sowie die Gemälde des CoBrA-Künstlers Carl-Henning Pedersen. Ein zeitgenössischer „Klassiker“ trifft so auf einen „avantgardistischen“ Künstler des 20. Jahrhundert.

Während die Skulpturen Herbert Mehlers durch ihre präzise zusammengeschweißten Lamellen eine materielle Schwere, Standfestigkeit und Gleichmäßigkeit ausstrahlen, ist es bei Carl-Henning Pedersen die heitere, luftige Leichtigkeit, die seine Malerei charakterisiert, hervorgerufen durch wild schwebenden Motive, wie Elfen, Fische, Vögel und Boote – Symbole eines unbeschwerten Lebens –, aber auch durch seinen virtuosen Umgang mit der Ölfarbe, die er teilweise lasierend, teilweise pastos aufträgt. Die dargestellten Objekte scheinen befreit von jeglicher Farb- und Formgebung und verschwimmen auf der Leinwand mit den verschiedenen Ebenen. Mehlers Cortenstahl- Skulpturen hingegen haben klare, symmetrische Konturen. Beide Künstler versprühen auf verschiedenen Art und Weise Energie: Bei Mehlers Skulpturen sind es die kraftvolle, voluminöse Körperlichkeit und das säulenartige Streben nach oben, bei Pedersens Malerei ist es das weite Spektrum der vibrierenden, leuchtenden Farben.

 

Schauen Sie hier das Video zur Online-Vernissage an

 

Besuchen Sie hier die 3D-Ausstellung

HERBERT MEHLER & CARL-HENNING PEDERSEN

 

 

Besuchen Sie hier die 3D-Ausstellung

HERBERT MEHLER & VOLKER STELZMANN

 

Highlight des Monats


Carl-Henning Pedersen
Karon‘s Båd
Öl auf Leinwand
206 x 290 cm
Signiert, datiert, lokalisiert und betitelt verso

Der 1913 in Kopenhagen geborene Maler Carl-Henning Pedersen gehörte, zusammen mit Asger Jorn, Karel Appel, Constant und Corneille, zu den Gründern der avantgardistischen Künstlergruppe der Nachkriegszeit CoBrA. Der dänische Maler, der auch als „Chagall des Nordens“ bekannt war, fasziniert durch die strahlenden Farbnuancen und die surreale Atmosphäre seiner Werke. Beim Betrachten der phantastischen Schöpfungen Pedersens wird der Zuschauer in dessen eigene, magische Traumwelt voller Fabelwesen – für deren Kreation sich der Künstler sowohl der nordischen als auch der griechischen Mythologie als Inspirationsquelle bediente – hineingezogen.
Die monumentale Leinwand Karon‘s Båd (Charons Boot) aus dem Jahr 1989 z.B. stellt auf eigene Art und Weise die Gestalt des in der Unterwelt lebenden Fährmanns Charon dar, der mit seinem Boot die Seelen der Verstorbenen über den Fluss Acheron fuhr und somit in das Reich des Hades begleitete. Diese an sich eher düstere Szene erhält durch Pedersens einzigartige Malweise einen völlig anderen Charakter und erweckt vielmehr den Anschein einer freudvollen Bootsfahrt an einem heiteren Sommertag.