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07. Juni - 1. September 2018
ALAIN CLÉMENT - LA JOIE DE LA COULEUR
DIE GALERIE, Frankfurt am Main

„Mit jedem Bild, welches ich angreife, hoffe ich, dass sich eine bestimmte, eine besondere Farbe offenbart. Alles zielt auf eben dieses Auftauchen der Farbe hin, aber oft windet sie sich, verschwindet wieder in der Dunkelheit.“ (1989).

Alain Cléments (*1941) Œuvre ist geprägt vom Lichtspiel der intensiven Sonnenstrahlen, die an klaren Tagen sein Atelier in Nîmes in Südfrankreich durchfluten und ihre Spektralfarben auf die Wände werfen. Clément fängt sie in seinen Gemälden, Papierarbeiten und Skulpturen ein. Er entwickelte sich von der figurativen Malerei zur Abstraktion und lässt seit kurzem wieder die Figuration in seinen Aktbildern anklingen. In seinen neuen Arbeiten von 2016 bis 2018 ist eine faszinierende Entwicklung zu erkennen: Schwünge und Bögen brechen auf, sodass die entstandenen Ecken und Kanten in den Hintergrund eindringen und zugleich wieder aus ihm hervortreten. Es ist der Beginn einer neuen, dynamischen Phase, in der sich die Farbflächen überlagern, verweben und verflechten. Die aktuellen Bilder des 77-jährigen Künstlers wirken jugendlich und frisch und machen neugierig auf die zukünftige Entwicklung seiner Formensprache.

Nach der ersten Ausstellung von Alain Clément 2015 in DIE GALERIE widmen wir ihm nun zum zweiten Mal eine umfangreiche Werkübersicht mit über 50 Exponaten aus den Jahren 1995 bis 2018. Clément ist ein Künstler, der in der internationalen Kunstlandschaft, ganz besonders in Frankreich, Korea und in Deutschland, seit vielen Jahren eine feste Größe ist und dessen Arbeiten unter anderen im Centre Pompidou sowie in den Sammlungen der Kunsthallen Hamburg und Bremen vertreten sind.

Highlight des Monats


Max Ernst
L'imbécile
Bronze, gegossen 1999
72,4 x 35,6 x 22,9 cm 28 1/2 x 14 x 9 in
Signiert und nummeriert 'Max Ernst 1/5'

In dem Jahr, in dem Max Ernst 70 Jahre alt wurde, ist L'Imbécile eine spielerische Komposition, die die beliebte skulpturale Bildsprache des Künstlers unterstreicht. Ernsts Figurenskulpturen lassen sich in der Regel von fantastischen Figuren inspirieren, wie zum Beispiel dem Vogelgeschöpf Loplop, und ihre Züge nehmen Gestalt an, wenn der Künstler gefundene Objekte spielerisch modifiziert.
Interpretationen des in L'Imbécile dargestellten Charakters sind vielfältig. Ernst hatte ein Buch aus dem Jahr 1922 studiert, das sich auf Kunst konzentrierte, die von Geisteskranken produziert wurde, und einige Gelehrte glaubten, dass diese Arbeit Bilder widerspiegele, die darin gefunden wurden. Werner Spies behauptete, es sei beabsichtigt, Charles de Gaulle, den französischen Präsidenten, darzustellen. Jürgen Pech verweist auf "Ein Flugblatt des belgischen Künstlers René Magritte aus dem Jahr 1946, das den Titel" L'imbécile ".... trägt und macht deutlich, dass die Zusammenhänge mit Max Ernst weiter untersucht werden müssen. Und tatsächlich ist sein L'imbécile kein Geisteskranker, sondern ein Geistlicher. Der runde Kragen markiert ihn als Pastor. Er ist von zwei kleinen Figuren umrahmt, die an ihren Posen erkennbar sind; der eine ist fromm, der andere ist ein freier Geist "(Max Ernst, Paramyths: Sculpture, 1934-1967 (Ausstellungskatalog), Op. cit., S. 73).