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27. Mai - 26. August 2020
Beate Debus - Form und Figur
DIE GALERIE, Frankfurt am Main

Über die Ausstellung

Mit der Ausstellung Beate Debus – Form und Figur präsentiert DIE GALERIE eine neue Zusammenstellung von Werken der deutschen Bildhauerin aus unterschiedlichen Schaffensphasen und veranschaulicht somit die Entwicklung ihrer Formensprache von der Figuration bis hin zur Abstraktion. Nur eines ist im Laufe der Jahre in Beate Debus‘ (*1957) Œuvre konstant geblieben: ihre Faszination für die menschliche Gestalt. Während die anthropomorphen Formen in den frühen Arbeiten klar und deutlich zu erkennen sind, findet bald ein radikaler, stilistischer Richtungswandel statt und die teilweise massiven, gedrungenen Körperglieder der in sich ruhenden Figuren verwandeln sich in abstrahierende, filigranere und von einer außerordentlichen Dynamik geprägte Linien, die mit ihren tänzerischen Bewegungen in den Raum hinein greifen. Doch genauso wie unser Gehirn in der Lage ist, ein bekanntes Wort aus einem wirren Buchstabengemisch herauszulesen, erkennt auch unser Auge, trotz des Abstraktionsprozesses, die in Debus‘ Skulpturen verborgenen Menschengestalten. Ein breites Spektrum an menschlichen Gefühlen wird von den gesichtslosen und doch in ihrer Gestik so ausdrucksvollen Plastiken zum Vorschein gebracht, sodass zwischen Betrachter und Kunstwerk eine Verbindung auf emotionaler Ebene stattfindet: Indem die Künstlerin den menschlichen Körper darstellt, deckt sie auch dessen Seele auf.     

 

Hier geht es zur unserer Online-Ausstellung mit dem Film zur Eröffnung der Ausstellung, mit einer Begrüßung von Peter Femfert, DIE GALERIE und einer Rede von Prof. Dr. Kai Uwe Schierz, Kunstmuseen und Kunsthalle Erfurt, sowie dem virtuellen 3D-Rundgang durch die Ausstellung.

 

Schauen Sie unsere Online-Vernissage!

 

 

 

Besuchen Sie unsere virtuelle 3D-Ausstellung!

Auch dieses Mal, wie auch schon bei unserer PICASSO Ausstellung, können Sie virtuell durch unsere Ausstellung gehen und bequem und von Zuhause aus alles in Ruhe anschauen. Viel Vergnügen dabei!

 


  

Wie sie durch die 3D-Ausstellung gehen:

Sie können die 3D-Tour ganz leicht mit Ihrer Maus am PC steuern. Orientieren Sie sich an den weißen, runden Kreisen auf dem Boden und klicken Sie auf diese, um sich fortzubewegen. Auf die gleiche Weise können Sie sich an der Wand bewegen, um nach links und rechts oder nach oben und unten zu schauen. An jedem Werk ist ein ausgefüllter kleiner, weißer Kreis, klicken Sie auf diesen und erhalten Sie Informationen zum jeweiligen Werk. 

Highlight des Monats


Pablo Picasso
Torse de Femme
Zuckerlift-Aquatinta auf Bütten (Vélin d´Arches)
91,44 x 63,18 cm

Torse de Femme, auch unter dem Titel L'Égyptienne bekannt, gehört zu den bedeutendsten Grafiken Picassos. Die kühne Schwarz-Weiß-Komposition ist ein verblüffendes Beispiel für diese Phase seiner Karriere, die sich durch eine abstrakte geometrische Annäherung an die Figur auszeichnet; sie ist außerdem eine bemerkenswerte Leistung technischer Bravour. Die Figur wird gleichzeitig frontal und im Profil dargestellt, was dem Porträt ein gewisses Gefühl von Konflikt und Dramatik verleiht. Das Sujet ist zwar bekanntlich Françoise Gilot, Picassos Geliebte von 1943 bis 1953, doch das Werk geht in seiner rein zeichnerischen Wirkung und kompositorischen Dynamik über das Sujet hinaus.

 

Bis auf wenige Ausnahmen hat Picasso seine Grafiken nie betitelt. Der Titel L'Égyptienne wurde nicht vom Künstler selbst, sondern von Lacourières Werkstatt aufgrund der an ägyptische Sarkophage erinnernden Frisur des Dargestellten hierfür bestimmt. Darüber hinaus interessierte sich Picasso während der Entstehungszeit dieser Graphik für die ägyptische Skulptur, was neben der fehlenden Perspektive und der offensichtlichen Zweidimensionalität der Aquatinta höchstwahrscheinlich auch den Spitznamen beeinflusste.

Der Druck wurde vollständig mit der Zuckerlift-Aquatinta-Technik erstellt, einer Technik, die zu den schwierigsten in der Druckgrafik zählt. Der Prozess ist recht feinfühlig und lässt sich in jedem Stadium leicht vereiteln – Perfektion wird nur durch Erfahrung und völlige Sensibilität für die Materialien erreicht.

 

Die vorliegende Graphik stammt aus der Ausgabe von fünfzig Exemplaren, deren Rückseite von Marie Cuttoli beschriftet ist. Cuttoli war eine wichtige Figur in den inneren Kreisen der Pariser Kunstszene. Es handelt sich hierbei um eines der wenigen Künstlerexemplare des zweiten (finalen) Zustandes.