menu


14. November 2019 - 18. Januar 2020
Johannes Heisig - Herbstfeuer
DIE GALERIE, Frankfurt am Main

Ernst und ein wenig skeptisch schaut Johannes Heisig gemeinsam mit seiner Frau Barbara auf dem für die Ausstellung titelgebenden Gemälde Herbstfeuer drein. Die beiden wohnen dem jährlich in ihrem Dorf stattfindenden Brauch zu Beginn des Herbstes bei und läuten mit diesem Werk nicht nur terminlich das Ende unseres spektakulären Jubiläumsjahres ein, auch thematisch greift das Bild einen für die Ausstellung wichtigen Aspekt auf: Die Vergänglichkeit der Dinge zu untersuchen, und auch die eigene Sterblichkeit zu hinterfragen, sind für Johannes Heisig wichtige Themen seines künstlerischen Ausdrucks. Stillleben wie Memento Mori oder Fischgericht zeugen von einer tiefgreifenden und sensiblen Auseinandersetzung mit existenziellen Fragestellungen. Große Leinwände verlagern die Perspektive, ungewohnte Bildausschnitte verändern das Sehen. Vielleicht sollen sie uns helfen, dem Kleinen, Unbeachteten, scheinbar Nutzlosen, vermeintlich Unschönen mehr Raum und Aufmerksamkeit zu schenken. Dass diese Hilfestellung sinnvoll und bereichernd ist, beweist Heisigs nunmehr vierte Einzelausstellung in DIE GALERIE. Neben seinen nachdenklichen Stillleben sind es diesmal zahlreiche Landschaftsansichten Südfrankreichs und Brandenburgs, feinsinnige Selbstporträts aber auch Momentaufnahmen des Zeitgeschehens, die den genialen Geist und das geschickte Handwerk eines großen Talents unserer Zeit offenbaren.

 

Vernissage:

13. November 2019, 18:30 Uhr, nur nach vorheriger Anmeldung

 

Einführung von:

Prof. Dr. Bernd Küster, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel a.D.

 

Der Künstler ist anwesend.

Highlight des Monats


André Masson
La victime
Gouache und Sand auf Holz
37,8 x 32,8 cm

Alle Gemälde aus André Massons amerikanischer Schaffensphase zeichnen sich durch eine explosive Farbigkeit aus, welche kraftvoll aus der Dunkelheit ausbricht. Der Künstler war nach einem mehrmonatigen Aufenthalt auf Martinique Island in die USA ausgewandert. Er ließ sich in New Preston, Connecticut, New England, nieder. Nach seinen eigenen Beschreibungen prägten die intensiven Farben der Natur in der umgebenden Landschaft Masson sehr: "Wenn der 'Indian Summer' im Oktober kommt, ist die Farbenvielfalt endlos. Da sind die Ahorne, unter einem emaillierten blauen Himmel; sie gehen von Gelb zu Violett, von Violett zu Orange und zu Zinnoberrot, als hätte der Himmel Farbtöpfe über die Vegetation gegossen."

In den ersten Monaten des Jahres 1942 fühlte sich André Masson wieder einmal von der surrealistischen Idee des psychischen Automatismus angezogen. Seiner Meinung nach wandte er sich nicht vom Surrealismus ab, sondern fand eine neue Sprache für seine Prinzipien, die er "triumphierenden Tellurismus" nannte. Seine Mythologie der Natur, das tellurische und kosmische Werden und Vergehen, basiert auf diesen Erfahrungen. Er sagte, die Gemälde dieser Zeit seien "Symbole der Blüte und des Keimens. Aber auch Aggression und Zerstörung haben dort ihren Platz: der Angriff der Raupen, verschlingende Insekten."

 

AKTUELL:

André Massons Werk La Victime aus dem Jahr 1942 ist Teil der Ausstellung André Masson: Zwischen Welten | Entremondes und wird bis zum 12. Januar 2020 in den Kunstsammlungen Chemnitz zu sehen sein. Lassen Sie sich diese wunderbare Ausstellung nicht entgehen!