Hsiao Chin

1935 In Shanghai geboren.

1949 Begleitet seinen Onkel Wang Hsueh-ting nach Taiwan; wechselt von der zweiten Oberschule in Taichung zur Chengkung Oberschule in Taipeh.

1951 Tritt in den Fachbereich Kunst des Lehrerkollegs der Provinz Taipeh ein und später in das Atelier von Li Chun-shan in der Antung-Straße, wo er sein Studium der zeitgenössischen Kunst beginnt.

1956 Zusammen mit Hsia Yan, Wu Hao, Li Yuan-chia, Chen Tao-ming, Hsiao Ming-hsien, Ouyang Wen-yuan und Ho Kan nimmt er an der Gründung der Ton-Fan Künstlergruppe teil, der ersten chinesischen Vereinigung für abstrakte Malerei. Er erhält ein Stipendium der spanischen Regierung, das ihn nach Madrid führt. Die Real Academia de Bellas Artes de San Fernando in Madrid nimmt er aber als extrem konservativ wahr und beschließt, sich nicht dort zu immatrikulieren, sondern nach Barcelona zu gehen.

1957 Auch die Escuela Superior de Bellas Artes La Lonja in Barcelona erkennt er als zu konservativ und beschließt, sich nicht weiter ausbilden zu lassen; dadurch verliert er sein Stipendium. Er beteiligt sich an dem französischen akademischen Verein (Maillol Association) und am königlichen Kunstverein (Reial Cercle Artístic), ebenso wie am Barcelona IV Jazz Salon, wo er als einer der zehn herausragendsten Maler ausgewählt wird; er stellt auch in einer Reihe von Ausstellungen des Salon de Mayo aus, der avantgardistischsten nationalen Kunstausstellung dieser Zeit. Seine allererste Einzelausstellung findet am Museu Mataró in der Nähe von Barcelona statt. Die erste Ton-Fan Gruppenausstellung findet gegen Ende des Jahres gleichzeitig in Taipeh und in der Galeria Jardin in Barcelona statt.

1959 Seine erste Einzelausstellung in Italien richtet die florentinische Galleria Numero aus.

1961 Mit dem italienischen Künstler Antonio Calderara gründet er in Mailand die Künstlerbewegung Punto, welcher zahlreiche spanische, französische und niederländische Künstler beitreten; er lernt Giorgio Marconi kennen, mit dem ihn eine langjährige Zusammenarbeit verbindet.

1962 Er heiratet die italienische Malerin Pia Pizzo.

1964 Arbeitet drei Monate in Paris; die Galerie Internationale d’Art Contemporain widmet ihm eine Einzelausstellung.

1966 Arbeitet sechs Monate in London und stellt in der Signals Gallery London aus.

1967 Besucht zum ersten Mal New York und bleibt dort bis 1972; seine Tochter Samantha wird in New York geboren. Trifft Mark Rothko.

1969 Lehrt Malerei und Zeichnung am Southampton College der Long Island University; lernt Willem De Kooning kennen; trennt sich von Pia Pizzo.

1971 – 1972 Unterrichtet Visuelle Theorie am Istituto Europeo di Design in Mailand.

1972 Lehrt Malerei und Zeichnung an der Louisiana State University. Reist nach Mexiko, um die Kunst und Architektur der Azteken und Maya zu studieren.

1978 In Mailand begründet er die internationale Kunstbewegung Surya zusammen mit Joe Tilson, G. Robusti und Kengiro Azuma. Als erster Künstler wird er vom Nationalen Rat für Wiederaufbau nach Taiwan eingeladen und reist dorthin; er empfiehlt die Errichtung von Kunstmuseen und die Förderung von verschiedenen internationalen künstlerischen Austauschprojekten.

1980 Auf Einladung nimmt er an Veranstaltungen zur Erinnerung an den 40. Todestag seines Vaters Hsiao You-mei teil. Seine Vorlesung in der Halle der Roten Flagge im Ministerium für Kultur über die westliche Kunst des 20. Jahrhunderts ist gut besucht. Es ist seine erste Rückkehr nach China nach 31 Jahren.

1981 Gruppenausstellung zum 25. Jubiläum der Ton-Fan and Fifth Moon Künstlergruppen in Taipeh.

1983 – 1984 Lehrt Kunstinterpretation und Bildanalyse an der Accademia di Belle Arti in Urbino.

1984 – 1985 Unterrichtet Kunsttechniken an der Accademia di Belle Arti Albertina in Turin.

1985 Als ordentlicher Professor beginnt er, graphische Techniken an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand zu unterrichten, von wo er 1997 emeritiert.

1986 Wird von der chinesischen Regierung eingeladen, an den Veranstaltungen zum 100. Geburtstag von Sun Yat-sen teilzunehmen. Reist nach Brasilien und stellt dort aus.

1988 Beteiligt sich an einer Ausstellung zeitgenössischer italienischer Kunst in Moskau; besucht Leningrad (heute: St. Petersburg).

1990 Seine Tochter Samantha stirbt in Los Angeles.

1991 In seiner Trauer um die Tochter kreiert er eine neue Werkserie, die er Das Überschreiten der großen Schwelle (The Great Threshold) betitelt und die seine neue Lebensanschauung zum Ausdruck bringt.

1994 Erste Einzelausstellungen in China: Retrospektiven an der Zentralen Kunstakademie in Beijing und der Akademie für chinesische Kunst in Hangzhou.

1996 Heiratet die österreichische Sporanistin Monika Unterberger. Von Oktober 1996 bis 2005 lehrt er Malerei am Graduate Institute of Plastic Art an der Staatlichen Kunsthochschule in Taiwan.

2002 Erhält den Nationalpreis für Kunst der National Culture and Arts Foundation in Taiwan.

2003 Wanderausstellung und Vorträge an sechs taiwanesischen Universitäten.

2005 Am 7. Januar wird ihm der Ehrentitel des Ritters des Stella della solidarietà italiana durch den italienischen Präsidenten Carlo Azeglio Ciampi verliehen.

2015 Große Retrospektive Eighty Years of Energy: Hsiao Chin’s Retrospect & Prospect im National Taiwan Museum of Art, Taichung, Taiwan anlässlich seines 80. Geburtstags.