Louise Nevelson

1899 als Tochter von Isaac und Minna Berliawsky in Kiew geboren.

1903 Vater wandert nach Amerika aus, um für seine Familie eine neue Heimat zu finden; Louise ist traumatisiert von diesem Verlust und weigert sich sechs Monate lang zu sprechen.

1905 Mutter und Kinder verlassen Russland und lassen sich mit dem Vater in Rockland, Maine, nieder; Liebe zum Sammeln, zu Holz und zum Visuellen und ihr Selbstverständnis, Künstlerin zu sein, entwickeln sich.

1920 Heiratet den wohlhabenden Unternehmer Charles Nevelson und zieht nach New York, das Paar pflegt ein reges gesellschaftliches Leben.

1923 Geburt des Sohnes Myron; Gesangsunterricht und Studium an der Art Students League.

1929-1930 setzt Studium an der Art Students League fort; Privatunterricht in Malerei bei Hilla Rebay; sieht Werke von Kandinsky und Klee und trifft Solomon R. Guggenheim.

1931 Trennung von Charles Nevelson; lässt ihren Sohn bei ihren Eltern in Maine, reist nach Europa. Studiert bei Hans Hofmann in München und arbeitet in der Filmindustrie in Wien. Reist nach Italien und Paris.

1932 Rückkehr nach New York und Studium bei Hans Hofmann, der vor der politischen Entwicklung in Deutschland nach USA ausgewandert ist.

1933 trifft Diego Rivera und Frida Kahlo und arbeitet als Assistentin in Riveras Studio; nimmt Tanz- und Eurythmieunterricht; studiert Bildhauerei bei Chaim Gross

1942 arbeitet in Stein, Bronze, Terrakotta und Holz hauptsächlich an kubistischen Figurenstudien. Trifft Peggy Guggenheim und viele europäische Künstler, die in die USA emigriert sind, unter anderem André Breton, Max Ernst, Marcel Duchamp und Piet Mondrian.

1943 Ihre Einzelausstellung in der Galerie Norlyst, New York endet als Misserfolg; sie beginnt, Objets trouvés aus Holz in ihre Arbeiten zu integrieren; Tod der Mutter, die Familie kauft für sie ein Haus in der East 30 Street, New York.

1946 Vater stirbt.

1948 Reise nach Europa mit ihrer Schwester Anita; nach Tumoroperation und Depression produktive kreative Phase; Beschäftigung mit präkolumbianischer Kunst

1954 Sie beginnt, Holzkisten, weggeworfene Möbel und Holzstücke zu sammeln, bemalt sie schwarz und fügt sie zu Skulpturen zusammen.

1955 verwendet erstmals Holzkisten als Container für ihre Objekte, stapelt diese zu ausgedehnten Installationen, kreiert so eine Welt aus Licht und Schatten in Kisten.

1956 Als erstes bedeutendes Museum erwirbt das Whitney Museum of Modern Art Black Majesty; als erster Europäer kauft Georges Mathieu in ihrem Studio eine Skulptur.

1958 Das Museum of Modern Art kauft Sky Cathedral, ein monumentales Schlüsselwerk aus nahezu 60 gestapelten Kisten, an. Die Martha Jackson Gallery garantiert ihr jährliche Ausstellungen und ein festes Einkommen; kauft Haus, 29 Spring Street, wo sie bis zu ihrem Tod lebt und arbeitet; erhält den Art U.S.A. Preis.

1962 Einladung, den amerikanischen Pavillon bei der Biennale in Venedig zu gestalten: kreiert drei Raum-Installationen, in Schwarz, Weiß und Gold; ihre Vorliebe für extravagante Kleidung und Selbstdarstellung wächst.

1965 nimmt am National Council on the Arts and Government in Washington DC teil; das Israel Museum erwirbt Hommage to the 6,000,000 II.

1966 kreiert erste großformatige Metallskulpturen aus Aluminium und Stahl; erhält Ehrendoktorwürde des Western College for Women in Oxford, Ohio; wird zur Vizepräsidentin der International Association of Artists gewählt; übergibt ihr persönliches Archiv von rund 21.000 Dokumenten dem Archives of American Art, Teil des Smithonian Instituts.

1967 erste museale Retrospektive im Whitney Museum of American Art, New York

1968 Beteiligung an der documenta 4 in Kassel.

1973 diverse Auftragsarbeiten, Museum- und Galerieausstellungen; Ehrendoktorwürde des Smith Colleges, Northampton, Massachusetts, Goldmedaille des National Arts Club, New York; Retrospektive des Walker Art Centers, Minneapolis, die bis 1975 alsWanderausstellung an weiteren amerikanischen Museen gezeigt wird.

1974 folgt einer Einladung des Präsidenten Gerald Ford ins Weiße Haus; Ausstellungen in der Neuen Nationalgalerie Berlin und im Centre National d’Art Contemporain Georges Pompidou in Paris.

1975 Ausstellungen im Iran, Indien und Japan.

1976 Ihre größte Holzskulptur, Bicentennial Dawn, wird im Federal Courthouse in Philadelphia aufgestellt; Ehrendoktorwürde der New York University.

1977 kreiert eine weiße Holzinstallation für die Erol Beker Chapel of the Good Shepard in der der Saint Peter’s Lutheran Church in New York; wird neben Tyler Moore und Kaiserin Farah in der Best Dressed List aufgeführt; bezeichnet sich selbst als „real collage“; stellt in der Pace Gallery, New York, ihre monumentale, autobiographische Rauminstallation Mrs. N’s Palace aus.

1978 Auf dem nach ihr benannten Louise Nevelson Plaza in Lower Manhattan wird die Plastik Shadows and Flags installiert; Auftragsarbeit Sky Gate, New York für das World Trade Center (zerstört am 11. September 2011).

1985 gibt 25 Werke an verschiedene bedeutende Museen in den USA und Europa; erhält die National Medal of Arts durch Präsident Ronald Reagan, die Goldmedaille des Ordre des Arts et des Lettres des Kultusministeriums Frankreichs, den Athena Award durch die New York City Commission on the Status of Women sowie zahlreiche Ehrendoktorwürden, unter anderem der Harvard und Brandeis Universities.

1986-1987 weitere Auszeichnungen; bei einer Untersuchung wird Lungenkrebs diagnostiziert.

1988 Louise Nevelson stirbt am 17. April in New York.