Enrico Baj

1924 Enrico Baj wird am 31. Oktober in Mailand geboren. Baj beginnt im Alter von 14 Jahren zu malen.

1942 Medizinstudium der Mailänder Universität.

1944 Flucht nach Genf, um nicht für die faschistische Miliz kämpfen zu müssen.

1945-1948 Nach Kriegsende gibt er das Medizinstudium auf und besucht in Mailand die Accademia di Belle Arti di Brera. Gleichzeitig studiert er an der juristischen Fakultät. Nach dem Abschlussexamen arbeitet er bis 1956 als Jurist.

1951 Begründer des Movimento Nucleare zusammen mit Sergio Dangelo. Verfasser des Manifesto della Pittura Nucleare.

1953 Treffen mit Asger Jorn und enge Zusammenarbeit. Ausruf zum Le Mouvement international pour une Bauhaus Imaginiste und damit gegen die Rationalisierung und Geometrisierung in der Kunst. Austausch und Verbindung mit Max Ernst, Marcel Duchamp, Yves Klein, Lucio Fontana u.a. Von seinen engen Beziehungen zu Dichtern und Literaten zeugen zahlreiche Künstlerbücher und von ihm illustrierte Buchausgaben.

1953-1993 Illustration mehrerer Künstlerbüchern mit Stichen und Originaldrucken zu den Texten von zahlreichen Autoren. Mitarbeiter von „La Stampa“, „Panorama“, Il sole – 24 ore“ und des „Corriere della sera“, für den er 1969 auf Anregung von Dino Buzzati zu schreiben beginnt.

1955-1956 Herausgeber der Kunstzeitschrift „Il Gesto“. Mitarbeit an zahlreichen Veröffentlichungen der Avantgarde, wie „Phases“ in Paris, „Boa“ in Bueonos Aires, „Edda“ in Brüssel oder „Bokubi“ in Kyoto.

1950-1955 Nukleare Periode. Erste „tachistische“ Bilder, die durch das „Dripping“ mit Ripolin-Lacken entstehen.

1955-1956 Erste Collagen aus Ölfarbe, Stoff, Watte, bunten Glasstücken und Borten.

1957-1959 Erste „Montagne“ („Berge“) in Aqua Pesante-Technik entstehen, die durch automatische Sedimentation eines Lackes auf Leinwand zustandekommen.

1957 Mitglied der Situationistischen Internationale. Entwurf des Manifestes Contro lo Stile.

1958-1984 Bekanntschaft mit den deutschen Künstlern Raoul Hausmann, Karl Otto Götz, Bernard Schulze und Konrad Klapheck.

1959-1960 Periode der Modificazioni („Veränderungen“). Farbübermalungen und Collagieren von Bildern. Als Vorlage dienen ihm Werke des „kommerziellen Klisches“.

1959-1962 Beginn Serie der Generali („Gerneräle“).

1963 Zusammen mit Queneau, Man Ray, Arturo Schwarz und Farfa, Gründer des Institutum Pataphysicum Mediolanese.

1967-1968 Phase der Cravatte („Krawatten“).

1969-1971 Entwickler einer neuen D´apres Technik. Kopie und Neuinterpretation der großen Meister.

1974-1975 Beschäftigung mit dem Thema der Dame („Damen“).

1980 Arbeit als Bühnenbildner für Luciano Berios Oper „Il Passagio“ in Mailand.

1990 Gestalter des Bühnenbildes für das Teatro di Genova und der Kostüme für Wedekinds Drama „König Nicolo oder So ist das Leben“.

1992-1994 Beschäftigung mit „primitiven“ Masken.

2003 Enrico Baj stirbt am 16. Juni in Vergiate.