Friedensreich Hundertwasser


1928 Friedensreich Hundertwasser wird am 15. Dezember als Fritz Stowasser in Wien geboren.

1929 Tod des Vaters.

1935 Bereits auf der Grundschule attestieren ihm die Kunsterzieher einen „außergewöhnlichen Formen- und Farbensinn“.

1943 Erste bewusste Buntstiftzeichnungen nach der Natur. 69 jüdische Familienangehörige mütterlicherseits werden deportiert und getötet.

1948/49 Besuch der Wiener Akademie der Bildenden Künste für drei Monate. Hier beginnt er seine Werke mit dem Künstlernamen Hundertwasser (Sto = Hundert in russischer Sprache) zu signieren.

1949 Erste Reise nach Italien und Bekanntschaft mit dem französischen Schriftsteller René Brô.

1949 – 1951 Ausgedehnte Studienreisen mit René Brô nach Paris, Tunesien, Marokko, Spanien und Sizilien.

1950 In Paris malt er mit René Brô zwei Wandbilder in Sainte Mandé. Die Ecole des Beaux Arts verlässt Hundertwasser am ersten Tag.

1952/53 Erste Ausstellungen im Art Club Wien.

1953 Malt die erste Spirale. Zweiter Aufenthalt in Paris.

1954 Erste Ausstellung in Paris bei Paul Facchetti. Entwickelt die Theorie des Transautomatismus und beginnt, seine Bilder zu nummerieren.

1958 Verschimmelungsmanifest gegen den Rationalismus in der Architektur anlässlich eines Kongresses im Kloster Seckau.

1959 Auszeichnung mit dem Sanbra-Preis der Biennale Sao Paolo. Gründung des "Pintorarium", einer universellen Akademie aller kreativen Richtungen mit Ernst Fuchs und Arnulf Rainer.

1960 Reise nach Japan. Während dieser Zeit entsteht der Name Friedensreich. Er übersetzt seinen Vornamen in die japanischen Schriftzeichen für die Begriffe Friede und reich und nennt sich von nun an Friedensreich. Verleihung des Mainichi-Preises bei der 6. Internationalen Kunstausstellung in Tokio.

1961 Retrospektive bei der Biennale in Venedig.

1966 Entstehung des Dokumentarfilms Hundertwasser – Leben in Spiralen unter der Regie von Ferry Radax.

1967 Wanderausstellung in Paris, London, Genf, Berlin. Nacktrede in München für das Anrecht auf die Dritte Haut.

1968 Nacktrede und Vorlesung des Architektur-Boykott-Manifests Los von Loos in Wien. Segelt mit dem alten Holzschiff San Giuseppe T von Sizilien nach Venedig.

1970 – 1972 Entstehung des zweiten Films Hundertwasser Regentag. Er handelt von dem alten Salzfrachter, mit dem Hundertwasser 1968 von Sizilien nach Venedig segelt und der nach vollständigem Umbau zu Hundertwassers Schiff Regentag wird.

1971 Entwurf des offiziellen Plakats für die XX. Olympischen Sommerspiele in München.

1973 Erste Mappe mit japanischen Holzschnitten Nana Hiaku Mizu.

1974 Hundertwasser beginnt, Briefmarken zu gestalten. Tour der Albertina-Ausstellung seines gesamten graphischen Oeuvres durch Museen der USA: New York, Boston.

1975 Weltwanderausstellung in Tel Aviv, Warschau, Reykjavik, Kopenhagen und Dakar. Graphik-Ausstellung in Brooklyn, Maryland, USA. Erscheinen der zweiten japanischen Holzschnittmappe Midori No Namida.

1978 Friedensfahne für den Nahen Osten. Veröffentlicht sein Friedensmanifest. Weltwanderausstellung in Mexiko City, Montreal, Toronto, Brüssel und Budapest. Albertina Graphik Ausstellung in Kanada, Deutschland und Marokko.

1980 Hundertwasser Day in Washington D.C. am 18.November, Pflanzung vom Bäumen auf dem Judiciary Square und Übergabe des Anti-Atom-Posters Plant trees avert nuclear peril sowie des Umwelt Posters Arche Noah 2000 für Deutschland.

1981 Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises 1980 und Rede gegen die Kernkraft und über Die falsche Kunst. Auszeichnung mit dem Österreichischen Naturschutzpreis. Berufung zum Leiter der Meisterschule für Malerei an die Akademie der Bildenden Künste Wien.

1982 Gestaltung der Fassade der Rosenthal-Fabrik in Selb und Grundsteinlegung des Hundertwasser-Hauses in Wien.

1984 Preis für die schönste Briefmarke und Goldmedaille von Staatspräsident Pertini, Italien, für die 1,20-sFr.-Marke für die UNO Genf.

1985 Fertigstellung des Hundertwasser-Hauses.

1986 Verleihung des Ordens Officier de l´ordre des arts et des lettres durch den Botschafter von Frankreich in Österreich.

1989 Hundertwasser baut sein Modell Hügelwiesenland.

Ab 1990 Arbeit an den Architektur-Projekten: KunstHausWien, Raststätte Bad Fischau, AGIP Tankstelle Wien, Fernwärmewerk Spittelau, Einkaufszentrum Village, Wien, Textilfabrik Muntlix, Rogner-Bad Blumau sowie an der Umgestaltung des Martin-Luther-Gymnasiums in Wittenberg.

1992 Teilnahme an der documenta 9 in Kassel.

1994 Einsatz gegen einen Beitritt Österreichs zur Europäischen Union.

1995 Erscheinen der streng limitierten Hundertwasser–Bibel. Die 1688 Seiten starke Bibel ist mit dreißig, extra für diese Edition geschaffenen Collagen und fünfzig Kunstwerken bebildert. Die Einbände sind handgefertigt und jeweils Unikate. Entwurf für die äußere Gestaltung einer Boeing B 757 für die Condor Fluggesellschaft.

1996 Einweihung des von Hundertwasser umgestalteten Donauschiffes MS Vindobona in Wien.

1997 Architekturprojekt Die Waldspirale von Darmstadt. Reise in die Urupukapuka Bay mit La Giudecca, einem kleinen Stahlschiff aus Venedig, das nach Neuseeland verfrachtet worden war. Reise nach Singapur, Napa Valley, San Francisco, New York. Der Künstler lebt und malt in der Picaudière, Normandie

1998 Museums-Retrospektive im Institut Mathildenhöhe, Darmstadt.

1999 Lebt und malt in Neuseeland. Arbeitet an Architekturprojekten im japanischen Sludge Center, Osaka, Die grüne Zitadelle von Magdeburg und den Bahnhof Uelzen. Mitarbeit am Bau der von ihm umgestalteten Kawakawa Public Toilet, Neuseeland.

2000 Am 19. Februar stirbt Friedensreich Hundertwasser an Bord der Queen Elizabeth II auf der Rückreise von Neuseeland an Herzversagen. Er wird auf seinem Land in Neuseeland unter einem Tulip Tree, nackt und in eine Fahne gehüllt, begraben.